Ich hole mir Unterstützung

Pflege


Gut unterstützt durch den Pflegealltag

Für viele betreuende und pflegende Angehörige ist die Pflege eines Angehörigen eine bereichernde und befriedigende Tätigkeit. Schließlich steht man sich nahe und kümmert sich gerne und selbstverständlich. Die Wertschätzung und Dankbarkeit füreinander spürt man meistens, manchmal aber auch Überforderung, Resignation oder Erschöpfung.
Die Gründe dafür können unterschiedlich sein – sei es durch medizinische Fragen, die plötzlich auftauchen; pflegerische Herausforderungen, zwischenmenschliche Konflikte und/oder persönliche bzw. emotionale Belastungsgrenzen, die ständig überschritten werden. Ein Zuviel an täglichen Belastungen kann schnell zu einem gesundheitlichen Risiko werden – für beide!


  • Ein gutes Netzwerk und professionelle Hilfe, können z.B. bei täglichen Pflegetätigkeiten entlasten!

  • Als erste Ansprechperson hilft Ihnen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt und vermittelt weiter zu wichtigen Anlaufstellen und Fachexpertinnen und -experten.
  • Nutzen Sie Anlaufstellen der Gemeinde und informieren Sie sich, welche Gesundheits- und Sozialdienste es in Ihrer Nähe gibt.
  • Mobilität ist ein großes Thema: Wer kann Fahrtendienste übernehmen?
  • Ansprechperson für pflegende Angehörige: Melitta Stockinger +43 664 500 39 40, melistocki@gmx.at
  • Bei Krisen können Krisentelefone und Notrufnummern entlasten oder holen Sie sich psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung, wenn Ihnen alles zu viel wird.
  • Ganz wichtig: Vergessen Sie nicht Personen im direkten Umfeld! Vielleicht können Nachbarinnen und Nachbarn oder nahe Verwandte kleine Tätigkeiten übernehmen?


Tipps für den Pflegealltag


Schritt für Schritt in den Betreuungs-und Pflegealltag

Der Einstieg in die Betreuung oder Pflege kann Angehörige schnell überfordern, vor allem dann, wenn sich die Pflegebedürftigkeit akut ergibt. Wo fängt man an, was ist zu tun?
Schaffen Sie Klarheit, denn je bewusster man die Situation annimmt und sich darauf vorbereitet, desto leichter gelingt der Alltag für alle Beteiligten.

Tipps , wie Sie sich gut vorbereiten können

  • Werfen Sie einen Blick auf die aktuelle Situation und achten Sie auf Veränderungen im Verhalten der Person oder in der Wohnung/im Haus. Ist die Person mit gewissen Aufgaben wirklich überfordert oder sind es Ihre Erwartungen, die vielleicht nicht erfüllt werden?
  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Unterstützungsbedarf und notieren Sie sich konkrete Unterstützungsmaßnahmen: braucht die Person Hilfe bei der Betreuung anderer Familienmitglieder (z.B. Kinder), bei Belangen der Gesundheit (z.B. regelmäßige Medikamenteneinnahme, Arztbesuche), Körperpflege, Hygiene, Beweglichkeit (z.B Treppensteigen), Zubereitung von Essen und Trinken, Haushaltstätigkeiten, ist die Sicherheit im Wohnumfeld, Mobilität, Kommunikation gewährleistet oder benötigt es Hilfe bei bürokratische Angelegenheiten, kann die Person im Notfall erreicht werden?
  • Ist Ihre Situation vereinbar mit einem Betreuungs- und Pflegealltag? Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst. Gibt es Bereiche, die Sie sich nicht vorstellen können? Wo kann und muss von anderen Menschen oder von Fachpersonal unterstützt werden?
  • Wer kann sich sonst noch kümmern? Besprechen Sie Wünsche, Möglichkeiten und Erwartungen von Personen im näheren sozialen Umfeld, die ebenso unterstützen könnten.
  • Führen Sie ein Gespräch mit der pflegebedürftigen Person: Machen Sie sich bewusst, dass es ein Prozess sein kann, sich auf die neue Situation einzustellen! Begegnen Sie sich beim Gespräch auf Augenhöhe. Wichtig ist, Unterstützung wohldosiert anzubieten und die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der pflegebedürftigen Person so lange wie möglich zu wahren.
  • Versuchen Sie flexibel zu bleiben: Vor allem bei Mehrfachbelastungen (Familie und Job) muss eine gute Zeiteinteilung passieren. Flexible Arbeitszeiten können entlasten.
  • Achten Sie auch auf Ihre eigene Gesundheit und Ihre Bedürfnisse! Erholung ist wesentlich, um langfristig gesund zu bleiben. Gönnen Sie sich ausreichend Auszeiten!
  • Machen Sie sich bewusst, dass die Betreuung und Pflege sehr bereichernd erlebt werden kann. Beide können von dieser neuen Form von Nähe und Respekt profitieren.


Gemeinsam geht's einfach leichter!

Warum Hilfe annehmen so schwierig ist und wie es gelingen kann.

Hilfe zu holen, kostet vielen Menschen eine enorme Überwindung und geht nicht selten mit Scham- oder Schuldgefühle einher. „Es geht schon!“ Bis es jedoch nicht mehr geht. Viele betreuende und pflegende Angehörige sehen sich früher oder später damit konfrontiert, dass Hilfe von außen plötzlich doch nötig wird. Anfängliche Unsicherheiten, oder gar Misstrauen gegenüber externen Unterstützungsleistungen sind völlig normal.
Bevor die eigene Energie ausgeht, ist eine zusätzliche Stütze für alle Beteiligten eine enorme Erleichterung im Alltag – diese schenkt Zeit, Zeit, die man auch mal für sich braucht, denn zu viele pflegende Angehörige sind langfristig überfordert oder erkranken an Burnout!


Folgende Checkliste kann helfen, es Ihnen und Ihrem Umfeld so leicht wie möglich zu machen, fremde Unterstützung anzunehmen:

  • Fragen Sie sich: „Welche Erwartungen habe ich an mich selbst und wo sind meine Hindernisse, Unterstützung in Anspruch zu nehmen?“. Kontrolle abzugeben fällt häufig schwer. Es zeigt von Stärke, einsichtig zu sein, dass man nicht alles alleine schafft und aktiv um Hilfe bittet!
  • Seien Sie ehrlich und schätzen Sie die Lage realistisch ein – wo wird langfristig Hilfe nötig werden? Fragen Sie sich dabei: Wo kann ich mir Hilfe vorstellen, wo sind meine Grenzen? Eine frühe Planung bzw. unverbindliche Anfragen können bereits Unsicherheiten abschwächen und Vorbehalte auflösen. Fragen Sie bei vertrauten Personen nach, wie es bei ihnen läuft.
  • Für die pflegebedürftige Person war es vermutlich vorher schon eine Überwindung, Betreuung und Pflege anzunehmen. Besprechen Sie Tabus oder Wünsche, aber auch welche Vorteile es für Sie beide bringen kann. Bedenken Sie: es geht um Ihre Entlastung!
  • Sie entscheiden und müssen sich mit der Hilfe auch wohlfühlen können! Das fördert Vertrauen und eine langfristig gute Zusammenarbeit.
  • Hilfe und Unterstützung kann aber vielfältig aussehen. Viele Personen können eine Stütze im Versorgungssystem sein – die Freundin, die bei Sorgen zuhört oder der Nachbar, der Arztfahrten übernimmt.

Die meisten Menschen freut es, wenn sie um Hilfe gebeten werden – es fördert eine soziale Gemeinschaft!




Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, denn Sie müssen nicht alles alleine schaffen – zusammen geht schließlich Vieles leichter!

Gemeinsam geht‘s einfach leichter!



  • >> Veranstaltungstipp - "Tag der pflegenden Angehörigen"

Am 3. Juli 2026 findet in Linz der Tag der pflegenden Angehörigen mit Infoständen über regionale Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten statt.

Wann & Wo: Freitag 03. Juli 2026 | 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr | Seminarhaus auf der Gugl | Auf der Gugl 3 | 4021 Linz

>> Zur Anmeldung (bis 18. Juni 2026)

Programmablauf.pdf herunterladen (1.39 MB)



Eine Information von Gesundes Oberösterreich